Wächter des Ozeans – Leuchttürme und Navigation
Vom Giganten der Antike bis zur modernen Technologie
Die Geschichte der Leuchttürme reicht bis in die Antike zurück. Der berühmteste von allen war der im 3. Jahrhundert v. Chr. erbaute Leuchtturm von Alexandria, der als eines der sieben Weltwunder der Antike mit einer Höhe von über 100 Metern den Seefahrern den Weg wies. Damals brannten noch riesige Holzfeuer auf der Spitze des Turms, deren Licht durch polierte Bronzespiegel in die Ferne projiziert wurde.
Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit entwickelte sich die Technologie der Türme enorm weiter. Den eigentlichen Durchbruch brachte das 19. Jahrhundert, als Augustin-Jean Fresnel die nach ihm benannte Linse erfand. Diese einzigartige, ringförmig aufgebaute Linse war in der Lage, das gestreute Licht in einem einzigen parallelen, messerscharfen Strahl zu bündeln, sodass das Licht der Leuchttürme aus einer Entfernung von bis zu 30–40 Seemeilen sichtbar wurde. Wenn Sie während einer Nachtwache das erste blinkende Licht am Horizont entdecken, sehen Sie in Wirklichkeit das Erbe dieser genialen Erfindung.
Legenden und das einsame Leben der Leuchtturmwärter
Um Leuchttürme ranken sich unzählige Legenden. Nehmen wir zum Beispiel den Leuchtturm Veli Rat in Kroatien, eines der schönsten Bauwerke an der Adria. Der örtlichen Legende nach wurden die Mauern des Turms mit Kalk gestrichen, dem das Eigelb von Tausenden von Eiern beigemischt wurde, um dem salzigen Meerwind und den Unbilden des Wetters besser zu widerstehen und tatsächlich hält der Putz bis heute stand.
Doch nicht nur die Gebäude, sondern auch das Leben der dort arbeitenden Menschen, der Leuchtturmwärter, war außergewöhnlich. Dieser Beruf erforderte völlige Isolation, extreme Disziplin und enorme Verantwortung. Die Wärter mussten sicherstellen, dass das Licht selbst in den wildesten Stürmen keine Minute lang erlosch, da das Schicksal hunderter Schiffe von ihnen abhängen konnte. Während die meisten Türme heute automatisiert sind, findet man an der kroatischen Küste immer noch Türme, in denen dieselbe Familie seit Generationen Wache hält
Warum muss man heute noch etwas über Leuchttürme lernen?
Viele Teilnehmer unserer Kurse fragen: „Warum muss ich die Kennungen der Leuchttürme noch kennen, wenn ich einen Kartenplotter an Bord habe?“ Die Antwort ist einfach: Sicherheit auf See basiert auf Redundanz.
Jeder Leuchtturm auf Seekarten hat seine eigene Kennung. Zum Beispiel bedeutet der Code Fl(3) WR 15s 20m 15/10MFolgendes:
Die Sprache der Farben
Die spannendsten Navigationsinstrumente sind Sektorenleuchttürme. Diese strahlen nicht in alle Richtungen das gleiche farbige Licht aus. Sie sind so eingestellt, dass Sie ein weißes Licht sehen, wenn sich Ihr Boot im sicheren Tiefwasserfahrwasser bewegt. Wenn Sie jedoch vom Kurs abkommen und auf Riffe zusteuern, wechselt die Lichtfarbe plötzlich auf Rot oder Grün. Dies ist ein visuelles Stoppschild für den Kapitän: „Sofort zurück in den weißen Sektor!“
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